CHOPIN-BLÄTTER 2011 Nr.2
Jubel für
Chopin und Freunde
Quod erat
demonstrandum: Tritt das Pianistenpaar Susanna Artzt und Manfred Wagner-Artzt bei der Chopin-Gesellschaft auf, ist Jubel
vorprogrammiert. ...
... Mit
größtem Stil schritt
Susanna Artzt
geschmackvoll durch weichzeichnende Notturni des polnischen
Romantikers. Darf man einen Anschlag geschlechterspezifisch
betrachten? Wer ihre f-Moll Nocturne op.55/1 erlebte, sagt gerne
„mit weiblicher Intuition“. Manfred Wagner-Artzt stattete
Chopins Polonaisen und Walzer mit herzzerreißenden Rubati aus,
das cis-Moll op.26 endete im bedeutungsschweren Nichts.
... Einen
weiteren Höhepunkt des Abends stellte das kammermusikalische
Musizieren der Pianisten zu vier Händen dar: Wagner-Artzts
ließen sich von Johannes Brahms‘ „Ungarischen Tänzen“ nicht zu
simpler, oberflächlicher Phrasendresche verleiten. Hier regierte
der nötige subtile Witz und es entstand in den drei Ausschnitten
(in g-Moll, F-Dur und fis-Moll) eine spritzige Hommage (soweit
bei Brahms vorhanden) an das Ungarnland.
Auch in Ludwig
van Beethovens „Drei Märschen für Klavier zu vier Händen“ op.45
wurde, passend zur Ballsaison, getanzt, was das Zeug hielt.
Nummer1 in C-Dur punktete mit delikaten Stimmwechseln, es
entstand ein raffinierter Dialog zwischen Bass und Diskant.
Großes Bravo!
Daniel WAGNER